Seit meiner Neuseeland-Reise im Jahre 2015 trug ich ein Projekt mit mir rum, das ich nun endlich in Angriff nehmen konnte: Schmuck-Gestaltung mit Muscheln.

Als Schweizerin ist man sich mehr die Mittelmeer-Strände gewohnt, an denen man stundenlang, in gebückter Haltung, rumwandert und am Ende eine Handvoll kleiner Müschelchen als Finderlohn beisammen hat.

Wie die Bilder hier zeigen, ist die Situation an einigen Ständen in Neuseeland doch um einiges anders: Man könnte mit der Schneeschaufel Muscheln schippen. Kunst-Rohmaterial in purem Überfluss!

Hier könnte man mit der Schneeschaufel Muscheln sammeln

Muscheln ohne Ende …

 

Voll die Touristin aus der Schweiz, haben mich die vielen, wunderbaren Muscheln anfangs dazu verleitet, sämtliche Säcke, Papiertüten und Dosen, die in Reichweite waren, mit den Schalen abzufüllen. Bald waren in unseren Räumen in allen Gefässen Muscheln zwischengelagert. Gottlob legte sich diese anfängliche Sammeleuphorie noch bevor ich auf die Idee kam, einen Schiffscontainer für meine Muscheln zu chartern.  

Mit der Zeit genügte es nicht mehr, dass eine Muschel besonders farbig oder spektakulär geformt war, um länger meine Aufmerksamkeit zu erregen. Ich begann, mich stärker mit den Überbleibseln der ursprünglichen perfekt ausgebildeten Formen zu beschäftigen – den abgeschliffenen, zerfallenden Hüllen der Tiere.

Hier könnte man mit der Schneeschaufel Muscheln sammeln

Muschel-Skelette unperfekt schön.

 

Plötzlich sah ich es ganz klar: Die Muschel-Skelette war ideal um Halsketten draus zu machen. Die unperfekte Schönheit der Schalen liess es zu, dass man künstlerisch noch etwas hinzufügen durfte, ohne dass es gleich „aufgesetzt“ wirkte.

Nach und nach brachte ich die vorher gesammelten, schönen Muschelexemplare in den Büchsen und Säcken zurück an den Strand und tauschte sie aus gegen die Muschel-Skelette, die mein Rohmaterial für mein Muschel-Halsketten-Projekt sein sollten. Natürlich habe ich am Ende doch einige, wenige besonders schöne, der perfekten Schalen mit nach Hause genommen – aber nur ganz wenige.

Hätte ich dem Zoll zu Hause am Flughafen Zürich erklären müssen dass in den Tüten und Behältern zerbrochene, kaputte Muscheln aus Neuseeland seien; ich bin nicht sicher, ob die mir eine ärztliche Abklärung empfohlen hätten. Glücklicherweise müsste ich bei der Einreise niemandem Rechenschaft über den Inhalt meiner Gefässe im Koffer ablegen.

 

Halsketten

Halskette I von Renate Moser
Halskette II von Renate Moser
Halskette I und III von Renate Moser
Muschelreste vom Strand